Glatt wie ein Babypopo
Sword Xtreme 3, Fusion Proglide Power oder Quattro Titanium Precision sind keine Bezeichnung für irgendwelche Superhelden. Es sind Namen von gewöhnlichen Nassrasierern, die die unabhängige Stiftung Warentest in einem internationalen und groß angelegten Test unter die Lupe genommen hat. 42 Nassrasierer, von bekannten Herstellern wie Wilkinson und Gilette bis hin zum Rasierer vom Discounter, wurden im Test in verschiedenen Punkten untersucht. In Bereichen wie der Hautschonung, dem Rasierergebnis, der Handhabung sowie der Haltbarkeit der Wechselklingen prüfte die Stiftung Warentest die Rasierer und kam dabei zu einem wenig überraschenden Ergebnis.
Einfach oder Komplex
Moderne Nassrasierer sind inzwischen kleine, extrem ausgeklügelte Kunstwerke. Der Scherkopf besteht aus bis zu sechs Scherköpfen und einem zusätzlichen Konturenschneider. Ein Gleitstreifen oder eine Gummilamelle, ein Vibrationssystem oder ein Hautstraffer sind ebenfalls nichts Besonderes mehr. Im durchgeführten Test konnten vor allem die hochmodernen Produkte der Marktführer Gilette und Wilkinson überzeugen, sie landeten auf den ersten sechs Plätzen. Aber auch unter den preiswerten Produkten der Discounter gibt es durchaus Licht am Ende des Tunnels.
Ein klarer Sieger
Der große Sieger des Vergleichs ist allerdings Gilette, der mit seinen Rasierern auf den Plätzen eins bis fünf landen konnte. Der Testsieger, der Fusion Proglide Power überzeugte mit einem sehr guten Ergebnis beim Rasieren. Sowohl in den Punkten "Dreitagebart", "Täglich" als auch im Rasierkomfort konnte kein anderes Gerät Konkurrenz machen. Die Haltbarkeit der Klingen sowie überzeugende Ergebnisse in der Hautschonung waren weitere Indikatoren für den Erfolg. Etwas überrascht war das Abschneiden von Wilkinson. Der Marktriese konnte war gute Ergebnisse erzielen, doch selbst der neuste Rasierer des Herstellers schaffte es nur auf Platz sechs und schnitt schlechter ab als ältere Modelle von Gilette.Gut und Günstig
Die Rasierer der Discounter lieferten sowohl gute als auch lediglich ausreichende Ergebnisse. Der Balea Men Revolution 5.1 ist der kleine Testsieger der "No-Name"-Rasierer. Unter anderen Bezeichnungen wird er bei weiteren Einzelhändlern angeboten. Das Modell erreichte ein gutes Resultat beim Rasieren, war in puncto Hautschonung allerdings weniger zimperlich als andere Modelle. Der Prince Maximum 3+ Titanium war der einzige Rasierer mit Wechselklingen, der lediglich als ausreichend eingestuft wurde. Vor allem in der Haltbarkeit und im Rasierergebnis konnte das Produkt nicht überzeugen.
Weg von Einweg?
Neben Rasierern mit Wechselklinge untersuchte die Stiftung Warentest auch Einwegrasierer diverser Hersteller. Dabei konnte lediglich der Sword Xtreme3 Sensitive von Wilkinson mit einem guten Testurteil überzeugen. Die anderen Prüfexemplare erreichten nur Noten von befriedigend oder ausreichend. Ausschlaggebend für das mittelmäßige Testurteil der Stiftung Warentest war in erster Linie die Haltbarkeit der Klingen sowie die Hautreizungen, die die Rasierer verursachen.
Nicht am falschen Ende sparen
Die Testsieger sind mit Kosten von 11 bis 16 Euro zwar nicht billig und etwa doppelt so teuer wie die Rasierer der Discounter, die Preise sind allerdings gerechtfertigt. Das beste Produkt im Test, der Fusion Proglide Power, ist zwar das kostspieligste Modell, kann aber auch am längsten mit denselben Klingen genutzt werden. Stolze 5,50 Euro kostet eine Wechselklinge für dieses Modell. Andere Rasierer sind zwar preiswerter, die Klingen müssen aber deutlich öfter gewechselt werden.
Das Rasierergebnis spricht ebenfalls für den Griff zum teureren Produkt. Sparen lässt sich durch Überprüfung der Packungspreise der Ersatzklingen. Sie werden in unterschiedlichen Größen angeboten, die Kosten pro Klinge variieren. Grundsätzlich lohnt es sich allerdings, auf Sonderangebote oder Großpackungen zurückzugreifen.
Fazit der Stiftung Warentest
Der Preis bestimmt die Qualität - das Testergebnis der Stiftung Warentest zeigt es zweifellos. Für einen guten Nassrasierer lohnt sich es sich allerdings, mehr Geld auszugeben. Ein gründliches Rasierergebnis sowie länger haltbare Klingen sprechen dafür. Gute und etwas schlechtere Resultate lieferten die Produkte der Discounter, sie konnten aber durchaus überzeugen. Die laufenden Kosten sind allerdings höher, da die Klingen öfter ausgewechselt werden müssen. Spezielle Rasierer mit Vibrations-Systemen lieferten keine besseren Resultate und waren eher störend, ebenso wie Modelle mit elektrischem Trimmer. Sie lagen schlecht in der Hand, sie waren schlichtweg ausbalanciert. Folgt man den Urteilen der Stiftung Warentest, gibt es für Einwegrasierer nur einen Weg - raus aus dem Bad. Sie zeigen deutliche Schwächen und lieferten schlechtere Ergebnisse bei stärkeren Hautreizungen.